Unser Weg
Woher wir kommen
Der Ursprung der Idee ist für uns so wichtig, weil er tief mit einem Gefühl verbunden ist, das wir schon immer in uns getragen haben: dem Gefühl, mehr leisten zu wollen, für die Natur, für die Menschen und für unsere Welt. Uns hat es nie gereicht, im Supermarkt einfach nur Bio-Produkte zu kaufen oder auf regionale Herkunft zu achten. Natürlich sind das richtige und sinnvolle Entscheidungen, aber tief in uns wussten wir, dass da noch so viel mehr ist. Eine ganze Welt. Eine Welt, die gesehen werden will, die mehr als nur Worte braucht. Natürlich waren und sind wir auch Aktionäre. Nicht aus reiner Gewinnsucht, sondern weil wir es lieben, wenn sich Dinge verbessern, wenn sie wachsen, wenn Potenziale entfaltet werden. Lange glaubten wir jedoch, dass genau dieses fast grenzenlose Wachstum im Kapitalismus niemals mit Umwelt- und Menschenschutz vereinbar sein kann. Es schien, als müssten wir uns entscheiden. Für die Natur oder für die Rendite. Für die Ideologie oder für das System. Bis wir verstanden haben, dass es auch anders gehen kann. Dass Kapital nicht nur ein Instrument zur persönlichen Bereicherung ist, sondern ein Werkzeug, weder gut noch schlecht, sondern einfach nur eine Möglichkeit. Diese Erkenntnis hat etwas in uns verändert. Wir begannen zu spenden. Wir übernahmen Patenschaften. Wir pflegten Beziehungen zu Kindern und Projekten in Regionen, in denen Hilfe nicht bloß gewünscht, sondern überlebenswichtig ist. Und für eine lange Zeit fühlte es sich gut an, endlich etwas zu tun. Endlich nicht mehr nur still zuzusehen. Doch irgendwann mussten wir erkennen, dass selbst das nicht genug sein würde. Natürlich ist es schön, Hoffnung zu geben, vielen Kindern zu helfen, die unter Krieg, Armut und Ungleichheit leiden. Doch auch das reicht leider nicht. Denn während wir uns engagierten, verschlechterte sich die politische Lage in einem der Länder, in denen wir helfen wollten, dramatisch. Rebellengruppen begannen, gegen Regierungstruppen zu kämpfen. Es herrschte plötzlich Krieg. Das ganze Land und gerade die Kinder ohne Familien litten furchtbar unter der neuen Situation. Zunächst dachten wir, dass das zwar schlimm sei, aber hoffentlich keine direkten Auswirkungen auf die laufenden Projekte oder auf das Engagement der Hilfsorganisationen haben würde. Doch das war ein Trugschluss. Etwas später, um Weihnachten, erreichte uns ein Brief von einem Mädchen, für das wir eine Patenschaft übernommen hatten. Sie bedankte sich darin auf eine Weise, die uns tief bewegte. Sie schrieb, dass sie uns ein wundervolles neues Jahr wünscht, voller Glück, Gesundheit und Hoffnung. In genau diesem Moment, als wir diesen Brief in der Hand hielten, wurde uns noch klarer, wie real das alles ist, wie wichtig Hilfe ist und dass wir uns noch mehr anstrengen wollten, um zu helfen. Es war nichts Abstraktes mehr. Kein Projekt, kein Programm, keine Statistik. Es war etwas Persönliches. Es war Hoffnung. Das junge Mädchen schrieb in ihrem Brief von der Hoffnung, Wünschen, Glück und einer Vision von der Zukunft, die sie so leider nicht erleben würde. Einige Tage nachdem wir den Brief erhalten hatten, erreichte uns die Nachricht, dass das Projekt in dem Krisengebiet eingestellt wurde und unsere Spende jetzt anderen Kindern „zugutekommt“. Wir waren schockiert, enttäuscht, unser Hochgefühl wie hinweggefegt. Aber dann der Gedanke: Was ist mit den Kindern? Wir sitzen hier in Deutschland, haben es warm oder kalt, so wie wir es wollen, essen was und wann wir wollen, werden nicht verfolgt – und man sagt uns einfach: Ihre Spenden werden jetzt anderen Kindern zugutekommen. Warum?!?!? Existieren unsere Patenkinder nicht mehr… Trauer mischte sich mit Wut und Verzweiflung. Wir konnten es nicht glauben. Ich rief bei der Organisation an und wollte wissen, was mit den Kindern passiert, die jetzt ohne Schutz, ohne Heim, ohne Familie, ohne Hilfe und ohne Hoffnung in einem Kriegsgebiet sind. Aus dem sie ja schon vorher geflohen waren oder aus dem sie gerettet wurden. Ihr Zuhause, ihr Rückzugsort, ihr Spielplatz, das Klassenzimmer alles war weg. Und dann gibt es nur einen Brief: Ihre Spende hilft jetzt anderen Kindern? Nein, das wollten wir nicht und akzeptieren wir nicht. Es kann doch nicht so einfach sein, wenn es so schwierig wird. Aber das war es anscheinend: ein Brief und die Aussage: „Es ist zu gefährlich. Es tut uns leid für SIE.“ ES TUT UNS LEID FÜR SIE. Für uns? Und was ist mit den Kindern? Mit unseren Paten? Ich schlafe heute Nacht Arm in Arm mit unseren Kindern, streiche ihnen durchs Haar, sage ihnen, dass Papa sie liebt und ich sie beschütze. Aber das können unsere Paten nicht. Sie werden nicht in ihrem Bett schlafen, werden nicht bei ihren Liebsten sein wenn sie überhaupt noch leben oder jemals wieder Vertrauen fassen können. Ihr Leben, das wir und hunderte Menschen mit gutem Herzen – durch ihre Zeit und ihre Hoffnung aufgebaut haben, ist auf einmal nicht mehr da. Fast schon wertlos geworden, so scheint es – ohne Stimme, in einem viel zu lauten Krieg. Aber Sie können ja andere Kinder unterstützen… Ja, das machen wir auch. Natürlich. Weil sie nichts helfen würde, die Organisation mit Schweigen zu „bestrafen“. Die Schwächsten der Schwachen, die Kinder dieser Welt, sind nicht daran schuld, dass manche Menschen und Projekte keine Lösung für schwierige Fragen finden können oder finden wollen. Doch unser Wunsch, dieses Projekt unser Projekt anders zu machen, verfestigte sich immer mehr.
Wohin wir gehen
Ja, wo wollen wir hin, was wollen wir erreichen und wie soll die Zukunft für uns aussehen? Eigentlich sind es nur ein paar Wünsche, die wir mit dem Projekt ODYE verbinden. Natürlich geboren aus dem Wunsch zu schützen, zu bewahren und aufzubauen, sind wir uns in einer Sache ganz sicher: Wir möchten Projekte ins Leben rufen und Perspektiven schaffen, die von Strukturen getragen werden, die unabhängig von externer Unterstützung sind und autark überleben können. Das ist zunächst der Kern unserer Überlegungen, denn viele wunderbare, einzigartige und wichtige Ideen scheitern leider an der fehlenden Nachhaltigkeit. Nicht im Sinne der ökologischen, sondern der ökonomischen Komponente. Kurz gesagt: ihnen geht das Geld aus. Und da kann man noch so engagiert versuchen, etwas zu ändern oder zu retten, aber eigentlich und leider ist das dann oft das Ende. Deshalb unser Ansatz: Wir wollen eine Struktur schaffen, die es ermöglicht, nicht nur lange zu atmen, sondern auch ambitionierte Projekte auf die Beine zu stellen, die langfristig Bestand haben. Konkret heißt das: Wir sehen den Kapitalismus nicht als Feind oder Bösewicht, sondern als unseren Verbündeten, als unser Werkzeug. Im Bereich Substanz klären wir über die Funktionsweise der Finanzmärkte auf und geben unsere Erfahrungen Stück für Stück weiter, wobei wir einen großen Schwerpunkt auf die Wertschöpfung von Aktien legen. Aber auch das dient nur als Einladung, mit uns zu diskutieren, zu wachsen und als Community eine Möglichkeit zu bieten, etwas in dieser Welt zu verändern. Wir wollen mit euch zusammen etwas schaffen, denn alleine könnten wir das nicht. Wir sind auf eine starke Community und das Feedback aus ihr und den vielen Ideen daraus angewiesen. Was heißt das konkret? Wir brauchen einander. Als Menschen. Als Community. Als Gemeinschaft. Denn gemeinsam sind wir einflussreicher und stärker. Jeder von uns sieht Ungerechtigkeit oder etwas, das besser laufen sollte. Die ODYE Community ist nicht nur ein Ort, an dem ihr wertfrei darüber sprechen könnt. Es ist auch ein Ort, an dem ihr darüber diskutieren, nachdenken und im besten Fall euer Problem gemeinsam mit einem ODYE Projekt lösen könnt. Wir sind keine Helden. Keine Staatsmänner. Keine Investoren. Wir sind Menschen wie du und ich. Nur zusammen sind wir ein starkes Wir mit vielen Ideen und unendlicher Hoffnung. Wo wir uns am liebsten sehen? Als Bindeglied zwischen Menschen, die helfen und verändern wollen. Wir wollen, dass der ODYE Token und auch irgendwann unsere Projekte so stark eigenständig und beständig sind, dass jeder Hass, jede Angst und jede Unsicherheit an ihnen zerbricht. Deshalb diese Ausrichtung dieses Projekts. Deshalb das Feuer in uns. Und auch deshalb ein Projekt, das nicht nur Spenden will, sondern bleibt.
